Kaum ein Thema wird unter Tesla-Fans so intensiv diskutiert wie «Full Self-Driving», kurz FSD. In den USA fahren Teslas mit FSD (Supervised) durch Städte, und seit April 2026 ist eine europäische Version in den ersten EU-Ländern freigegeben. Was heisst das für die Schweiz? Hier ist der sachliche Stand vom Oktober 2026.
Begriffe: Autopilot, FSD und FSD (Supervised)
Autopilot: Serienmässig in jedem neuen Tesla. Er kombiniert einen Abstandstempomaten mit einem Spurhalteassistenten.
Full Self-Driving (FSD): Ein kostenpflichtiges Softwarepaket. Welche Funktionen es freischaltet, hängt vom Land und von den dort zugelassenen Funktionen ab.
FSD (Supervised): Die neuere Version, die auch in der Stadt lenkt, abbiegt und an Ampeln hält, immer unter Aufsicht des Fahrers. In Europa wird sie teilweise auch als «Tesla Assisted Driving» bezeichnet.
Wichtig: Keine dieser Funktionen macht ein Auto autonom. Es sind Fahrassistenzsysteme der Stufe 2. Die Verantwortung bleibt immer bei der Person am Steuer.
Was FSD in der Schweiz heute kann
In der Schweiz schaltet das FSD-Paket zusätzlich zum Standard-Autopilot vor allem diese Funktionen frei:
Navigieren mit Autopilot auf der Autobahn, inklusive Auffahren, Ausfahren und Wechsel zwischen Autobahnen nach der Route im Navi
Automatischer Spurwechsel auf der Autobahn
Autopark: Das Auto parkt selbstständig in Längs- und Querparklücken
Herbeirufen (Summon): Das Auto fährt per Smartphone langsam aus einer Parklücke heraus oder hinein
Die vollständige Stadtfunktion von FSD (Supervised) ist in der Schweiz nicht freigeschaltet. Ebenso gilt die Hands-on-Pflicht: Die Hände gehören ans Lenkrad.
Stand der Zulassung in der Schweiz
Das Bundesamt für Strassen ASTRA hält in seinem Blog fest: Stand April 2026 ist in der Schweiz noch kein Automatisierungssystem offiziell für den Verkehr zugelassen. Fahrzeuge mit solchen Systemen sind nur im Rahmen von Pilotversuchen unterwegs, die das ASTRA mit Ausnahmebewilligungen betreut, etwa im Furttal (ZH), in Arbon (TG) und in Bern.
Für FSD (Supervised) wäre in der Schweiz eine Genehmigung nötig. Laut Medienberichten vom Oktober 2026 hat Tesla beim ASTRA bisher keinen Antrag eingereicht. Ein Starttermin für die Schweiz ist deshalb offen. Viele Beobachter gehen davon aus, dass eine EU-weite Zulassung den Weg auch für die Schweiz ebnen würde, weil sich die Schweiz bei der Fahrzeugzulassung eng an EU-Recht anlehnt.
Stand in Europa
Niederlande als Türöffner
Am 10. April 2026 hat die niederländische Zulassungsbehörde RDW eine Typgenehmigung für FSD (Supervised) erteilt, nach eigenen Angaben nach über anderthalb Jahren Tests auf der Teststrecke und auf öffentlichen Strassen. Die RDW betont: Ein Auto mit FSD (Supervised) ist nicht selbstfahrend. Kameras überwachen, ob der Fahrer auf die Strasse schaut. Die Hände müssen nicht dauernd am Lenkrad sein, aber jederzeit übernehmen können. Zudem sei die europäische Version nicht eins zu eins mit der US-Version vergleichbar.
Neun EU-Länder, aber noch keine EU-Zulassung
Andere EU-Länder können die niederländische Genehmigung anerkennen. Stand 18. Oktober 2026 haben das neun Länder getan: Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien, Kroatien und die Slowakei. Für eine EU-weite Zulassung braucht es eine Mehrheit im zuständigen EU-Ausschuss. Eine Abstimmung ist laut Beobachtern frühestens im Dezember 2026 möglich. Deutschland unterstützt eine schnelle EU-Zulassung, kritisiert aber den Namen «Full Self-Driving» als irreführend. Norwegen will einem EU-Entscheid über den EWR folgen.
Was bedeutet das für Tesla-Fahrer in der Schweiz?
Nutze, was dein Auto anzeigt. Die verfügbaren Funktionen siehst du im Menü «Autopilot».
Hände ans Lenkrad. Auch mit Navigieren mit Autopilot bleibst du verantwortlich, und die Haftung liegt bei dir.
Keine Tricks. Gewichte am Lenkrad oder Ähnliches sind gefährlich und unzulässig.
Vorsicht im Ausland. Ein Schweizer Fahrzeug bekommt nicht automatisch die EU-Version. Massgebend ist, was Tesla für dein Auto freischaltet und was im jeweiligen Land erlaubt ist.
FSD ausprobieren: mit einem Miet-Tesla
Wer wissen will, wie sich Navigieren mit Autopilot auf der Autobahn oder Autopark anfühlt, kann das bei EV-Adventure testen: Für ausgewählte Fahrzeuge lässt sich FSD als Zubehör für die gesamte Mietdauer freischalten. Ideal ist eine Fahrt über längere Autobahnabschnitte, etwa auf unserem Roadtrip durch die Schweiz in 3 Tagen.
Welcher Tesla für dich passt, erfährst du im Vergleich Model 3, Model Y und Model X. Und wenn du dich für die Zukunft von Tesla interessierst, lies auch unsere Artikel zum Cybertruck in der Schweiz und zum neuen Tesla Roadster.
Hinweis: Dieser Artikel gibt den Stand vom 21. Oktober 2026 wieder. Die Zulassungslage ändert sich laufend, wir aktualisieren den Beitrag bei wichtigen Entscheiden.
Häufige Fragen
Ist Tesla FSD in der Schweiz erlaubt?
Das Paket «Full Self-Driving» kann in der Schweiz gekauft und genutzt werden, aber nur mit den hier zugelassenen Funktionen. Die neue Version FSD (Supervised), die in Teilen der EU bereits freigegeben ist, ist in der Schweiz nicht zugelassen. Laut ASTRA hat Tesla bisher keinen entsprechenden Antrag gestellt.
Kann ein Tesla in der Schweiz selbst fahren?
Nein. In der Schweiz ist bisher kein automatisiertes Fahrsystem für den regulären Verkehr zugelassen. Alle Tesla-Funktionen sind Assistenzsysteme der Stufe 2: Du musst jederzeit die Kontrolle behalten und die Hände am Lenkrad haben.
In welchen Ländern ist FSD Supervised zugelassen?
Stand Mitte Oktober 2026 in neun EU-Ländern: Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien, Kroatien und Slowakei. Eine EU-weite Zulassung gibt es noch nicht, eine Abstimmung ist frühestens im Dezember 2026 möglich.
Darf ich FSD Supervised im Ausland mit einem Schweizer Auto nutzen?
Massgebend sind die Software-Freigabe von Tesla für das jeweilige Fahrzeug und die Regeln des Landes. Ein Schweizer Fahrzeug bekommt die EU-Version nicht automatisch. Verlass dich darum nur auf die Funktionen, die dein Auto tatsächlich anzeigt.
Kann ich bei EV-Adventure FSD dazubuchen?
Ja, für ausgewählte Fahrzeuge kann FSD als Zubehör für die Mietdauer freigeschaltet werden. Es bietet in der Schweiz unter anderem Navigieren mit Autopilot und automatischen Spurwechsel auf der Autobahn, Autopark und Herbeirufen.
Neugierig, was ein Tesla heute schon kann? Miete einen Tesla und buche FSD für die Mietdauer dazu.