Die häufigste Frage, die wir zwischen November und März hören: «Komme ich mit dem Tesla im Winter überhaupt in die Berge?» Die kurze Antwort lautet ja. Die lange Antwort: Ein Elektroauto braucht bei Kälte mehr Energie, und wer das weiss, plant entspannter. Hier erfährst du, wie gross der Reichweitenverlust wirklich ist und wie du ihn mit einfachen Tricks klein hältst.
Warum Elektroautos im Winter mehr verbrauchen
Drei Effekte kommen zusammen:
Heizen: Ein Verbrenner heizt mit Abwärme, die sowieso anfällt. Ein Elektroauto muss die Wärme für Innenraum und Scheiben mit Strom aus dem Akku erzeugen. Moderne Teslas nutzen dafür eine Wärmepumpe, die effizienter ist als eine einfache Widerstandsheizung.
Kalter Akku: Lithium-Ionen-Akkus arbeiten am besten bei angenehmen Temperaturen. Ist der Akku kalt, steht weniger Energie zur Verfügung und die Rekuperation ist eingeschränkt.
Mehr Widerstand: Winterreifen, nasse oder verschneite Strassen und dichtere kalte Luft erhöhen den Rollwiderstand und Luftwiderstand.
Wie gross ist der Verlust wirklich?
Der ADAC hat im Winter 2025 mehrere Elektroautos bei rund 0 Grad und Autobahntempo getestet. Die besten Modelle verloren gegenüber der WLTP-Angabe gut 20 Prozent Reichweite, die schwächsten 40 bis 50 Prozent. Für den Alltag nennt der ADAC bei 0 Grad etwa 21 bis 30 Prozent Mehrverbrauch. Bei minus 7 Grad und vielen Kurzstrecken, bei denen immer wieder ein kalter Innenraum aufgeheizt werden muss, steigt der Mehrverbrauch deutlich.
Das klingt nach viel, ist aber planbar. Wichtig ist vor allem: Kurzstrecken mit kaltem Auto sind teurer als lange Autobahnetappen mit warmem Akku.
10 Tipps für mehr Reichweite im Winter
1. Vorheizen, solange das Auto am Strom hängt
Wenn der Tesla an einer Ladestation oder Wallbox angeschlossen ist, heizt du Innenraum und Akku per App vor. Die Energie kommt dann aus dem Netz statt aus dem Akku.
2. Sitz- und Lenkradheizung nutzen
Sitz- und Lenkradheizung wärmen direkt dort, wo du sie spürst, und brauchen viel weniger Energie als die Luftheizung. Stell die Innentemperatur ein bis zwei Grad tiefer und schalte die Sitzheizung ein.
3. Schnelllader als Ziel im Navi wählen
Navigierst du zu einem Supercharger, wärmt der Tesla den Akku automatisch vor. Ein warmer Akku lädt deutlich schneller. Mehr dazu im Artikel Supercharger Schweiz.
4. Dem Navi vertrauen
Die Ankunftsprognose im Tesla-Navi berücksichtigt Temperatur, Höhenmeter und Tempo. Rechne im Winter trotzdem mit etwas mehr Reserve, etwa 15 bis 20 Prozent bei Ankunft.
5. Tempo auf der Autobahn leicht reduzieren
Der Luftwiderstand steigt mit dem Tempo stark an. 110 statt 120 km/h spart spürbar Energie und kostet auf einer typischen Schweizer Strecke nur wenige Minuten.
6. Rekuperation bergab nutzen
Fährst du von einem Pass oder Skigebiet ins Tal, lädt der Tesla über die Rekuperation Energie zurück. Einen sehr kalten Akku kann das Auto anfangs aber nur begrenzt laden, darum siehst du im Winter manchmal eine gestrichelte Linie auf der Energieanzeige.
7. Über Nacht laden, wenn möglich
Wenn dein Hotel eine Ladestation hat, nutze sie. Ein Akku, der morgens geladen und warm ist, bringt dich weiter als einer, der die ganze Nacht abgekühlt ist.
8. Wächter-Modus bewusst einsetzen
Der Wächter-Modus («Sentry Mode») überwacht die Umgebung mit den Kameras und braucht dafür dauerhaft Strom. Auf einem sicheren Parkplatz kannst du ihn ausschalten.
9. Schnee vom Dach und von den Sensoren entfernen
Schnee auf Kameras und Sensoren schränkt Assistenzsysteme ein. Schnee auf dem Dach kann beim Bremsen auf die Frontscheibe rutschen und andere gefährden.
10. Winterausrüstung mitnehmen
Ein Eiskratzer, Handschuhe und eine warme Decke gehören in jedes Auto. Auf vielen Bergstrassen sind im Winter Schneeketten vorgeschrieben oder empfohlen.
Elektroauto im Winter in der Schweiz: Was gilt?
In der Schweiz gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Wer aber mit ungeeigneter Bereifung einen Unfall verursacht oder den Verkehr behindert, kann gebüsst werden, und die Versicherung kann Leistungen kürzen. Bei EV-Adventure sind die Autos im Winter auf Winterreifen unterwegs. Viele Passstrassen sind ab Herbst bis in den Frühsommer gesperrt. Welche schönen Ziele im Winter trotzdem gut erreichbar sind, liest du in unseren Winterausflügen mit dem Auto.
Typischer Wintertag: ein Beispiel
Du fährst morgens von Zürich nach Grindelwald zum Skifahren. Am Abend vorher hast du das Auto geladen, am Morgen heizt du es per App vor. Unterwegs merkt das Navi, dass es kalt ist, und plant entsprechend. Am Ziel steht das Auto den ganzen Tag in der Kälte. Für die Heimfahrt heizt du 15 Minuten vorher per App vor und fährst mit warmem Innenraum zurück. Wenn das Navi einen Ladestopp vorschlägt, wählst du ihn als Ziel, damit der Akku vorgewärmt ankommt.
Fazit
Im Winter braucht ein Elektroauto mehr Energie, je nach Modell und Situation 20 bis 30 Prozent oder mehr. Mit Vorheizen, Sitzheizung und einem vorgewärmten Akku am Schnelllader merkst du davon im Alltag aber wenig. Wer zum ersten Mal elektrisch unterwegs ist, findet in unseren 12 Tipps für Einsteiger weitere Hilfe.
Häufige Fragen
Wie viel Reichweite verliert ein Elektroauto im Winter?
Das hängt stark von Modell, Temperatur und Fahrprofil ab. Der ADAC nennt bei 0 Grad rund 21 bis 30 Prozent Mehrverbrauch. Bei Minusgraden und vielen Kurzstrecken kann der Verlust deutlich grösser sein.
Lädt ein Elektroauto im Winter langsamer?
Ja, wenn der Akku kalt ist. Wähl den Schnelllader im Tesla-Navi als Ziel, dann wird der Akku unterwegs vorgeheizt und lädt wieder mit hoher Leistung.
Ist ein Tesla im Schnee sicher?
Mit Winterreifen ja. Der tiefe Schwerpunkt durch den Akku im Wagenboden hilft, Allradversionen bieten zusätzliche Traktion. Wie bei jedem Auto gilt: angepasstes Tempo und Schneeketten mitnehmen, wo sie vorgeschrieben sind.
Verbraucht der Tesla über Nacht im Winter Strom?
Etwas, vor allem wenn Wächter-Modus oder Klimatisierung aktiv sind. Mit eingeschaltetem Camp Mode rechnet EV-Adventure bei Kälte mit etwa 1 Prozent Akku pro Stunde.
Skiferien oder Wintertrip geplant? Unsere Teslas sind mit Winterreifen unterwegs und auf Wunsch mit Allrad verfügbar.